Saudi-Arabien – überraschend, überwältigend, ungewöhnlich …

Der Reisebericht ist erschienen in OÖ Nachrichten vom 4. 5. 2024 und bei Kneissl Touristik.

Das größte Aufsehen in dieser Reisesaison erregt definitiv Saudi-Arabien. Die jüngste Destination auf den internationalen Reisemärkten bietet einiges an Unerwartetem. Eben kehrt die erste Reisegruppe von Kneissl Touristik zurück, die Teilnehmer sind begeistert von den vielen Eindrücken, und etliche davon werden bleibend sein.

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Mythos Matriarchat

Der Essay ist unter dem Titel “Mutterrecht zum Muttertag” in Der Standard vom 13. 5. 2023, Album S. 1 f. erschienen (in der Online-Ausgabe unter dem Titel “Das Matriarchat hat es nie gegeben”).

Manch frustriertem Mann, der durch die feministischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte seine Privilegien entschwinden sieht, mögen Albträume von einem Matriarchat die Nachtruhe rauben. Schließlich haben jahrtausendelang Männer nur deswegen eine Position besetzt, weil sie Männer waren, und nun soll das plötzlich nicht mehr gelten.

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♀ ♂ ♂ ♂ Glücklich verheiratet zu dritt oder zu viert?

Es ist bekannt, dass einige Länder Polygynie erlauben, vulgo Vielweiberei. Aber wie steht es mit Polyandrie – dem Recht einer Frau auf Mehrfachehen?

Der Essay ist in Der Standard vom 4. 2. 2023, Album S. 1 f. erschienen (in der Online-Ausgabe unter dem Titel “Wie steht es mit Polyandrie – dem Recht einer Frau auf Mehrfachehen?”)

Ein Blick über den Horizont der eigenen kleinen Welt zeigt, dass Menschen im Bereich Geschlechterbeziehungen nicht nur das erfunden haben, was man hierzulande kennt, lebt und erleidet. Nicht immer und überall besteht eine ideale Familie aus Vater, Mutter, Kind und Hund im Häuschen mit Vorgarten. Innerhalb und außerhalb westlicher Länder existieren Gesellschaften, die ganz andere Lebensmodelle pflegen oder pflegten.

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In Österreich spricht man Deutsch? Ja, auch.

In Folge der politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts hat der Staat nicht nur an Fläche, Einwohnern und Anstand, auch an Vielfalt verloren. Letztere kommt jedoch in den vergangenen Jahrzehnten auf mancherlei Wegen wieder zurück.

Der Essay ist in Der Standard vom 22. 10. 2022, Album S. 1 f. erschienen (in der Druck-Ausgabe unter dem Titel “The Sound of Sprachmusik”)

Österreich war nie homogen, weder ethnisch, noch religiös, noch kulturell oder sprachlich. Es ist nicht alles Deutsch, was beim ersten Hinhören deutsch klingt. Selbst ein kursorischer Blick auf die schillernden Sprachlandschaften da und dort legt Wurzeln und Verzweigungen frei, die den Staat mit den einflussreichsten Zentren und mit den hintersten Winkeln des Planeten verbinden. Allerhand Exotisches hat sich eingeschlichen, Fremd- und Lehnwörter aus Nah und Fern und aus den Tiefen der Geschichte, teils deutlich sichtbar oder hörbar, teils gut versteckt, nebst manch ignorierten oder vergessenen Substraten, die nur noch die Linguistik herauszufiltern vermag.

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Das Muezzin-Experiment

Eine mutige Oberbürgermeisterin wagt einen Vorstoß, und halb Europa ist in Aufruhr.

Der Kommentar ist mit anderem Untertitel in der Wiener Zeitung am 3. 5. 2022, S. 12 erschienen.

Allfreitäglich dürfte nun in Köln der Muezzin erschallen, dessen Aufgabe es ist, die Gläubigen in die Moschee zu rufen. Natürlich ist die Initiative mit allerhand Einschränkungen und Auflagen versehen, etwa was Zeitraum, Dauer und Lautstärke betrifft. Auch ist sie auf zwei Jahre befristet. Danach soll evaluiert werden. Aber sogleich ist grenzüberschreitend eine Debatte entbrannt. So manche Schweizer frohlocken, weil sie vor Jahren schon Minarette verboten haben, offenbar einer verqueren Logik folgend: wo keine Minarette, da kein Muezzin, da keine Agitation … Gewiss wird das neue antimuslimische Getöse über kurz oder lang auch nach Österreich überschwappen. → →

Gute und schlechte Flüchtlinge

Ukraine und die EU: Über Diskriminierungen, Doppelmoral und Sippenhaftung für Tote

Der Kommentar ist in der Wiener Zeitung am 21. 3. 2022, S. 14 erschienen.

Es ist erfreulich, dass die EU und Österreich nicht zögern, Flüchtlinge aus Ukraine aufzunehmen, dass die bürokratischen Hürden unverzüglich durch entsprechende Verordnungen aus dem Weg geräumt wurden, dass Hilfe rasch und effizient möglich ist.

Weniger erfreulich ist die Ungleichbehandlung, die Geflüchteten zuteilwird. Drittstaatsangehörigen, Gastarbeitern etwa und Studenten, die in Ukraine zwar einen Aufenthaltstitel besitzen, aber keine Staatsbürgerschaft, die keine Ehepartner oder andere familiäre Verbindungen haben, sind zwar genauso gefährdet an Leib und Leben durch die Kriegshandlungen. Jedoch sind sie weit strengeren Bestimmungen unterworfen. Österreich ist hier ebenso restriktiv wie die Visegrád-Staaten – wieder einmal – und dies bei grüner Regierungsbeteiligung. → →

Tugendbesoffenheit, ein Rausch ohne Kater

Der Kommentar ist in Der Standard vom 19. 2. 2021, S. 47 erschienen.

Das heuchlerische Besserwissen hat Dimensionen angenommen, die bisher unvorstellbar waren. Wieviel an moralinsauren Ausstößen verträgt das soziale Klima noch?

Ein bis vor Kurzem wenig geläufiger Begriff tummelt sich vermehrt in den deutschsprachigen Medienlandschaften: Die Tugendbesoffenheit. Genaugenommen ist sie bloß alter Wein in neuem Schlauch, eine originelle Bezeichnung halt für ein banales Phänomen, das überbordende Moralisieren.

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Serbien, zwei Jahrzehnte nach den Kriegen:

Nichts ist so wie es war, und nichts ist gewonnen.

Der Text ist in der Wiener Zeitung, Extra, 18. 12. 2021, S. 31. f. unter dem Titel “Zwischen Nostalgie und Nationalismus” erschienen.

Die Lebensqualität der Mittelschichten nimmt ab, die Vermögen einzelner nehmen zu, und der völkische Nationalismus gedeiht. Populismus ersetzt Volkssouveränität, bürgerliche Freiheiten stehen auf dem Papier. Ein gutes Leben ist für viele in der Nähe nicht zu haben, daher suchen sie es in der Ferne.

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Geschlecht und Gewalt: Arme Frauen, böse Männer?

Bei aller Dominanz des Männlichen im Verbrechen – es verfolgen auch andere Geschlechter dunkle Machenschaften.

Der Essay ist in Der Standard vom 20. 11. 2021, Album S. 1 f. erschienen (in der Online Ausgabe unter dem Titel “Beherrschung und Beherrschte: Über das Männlichkeitsritual Gewalt”).

Gauner und Ganoven, Räuber und Mörder, auch Amokläufer, Söldner, Terroristen und Diktatoren sind selten weiblich. Hier eine Gleichstellung zu fordern, hat keine feministische Bewegung je sich angestrengt. Bei den Gefängnispopulationen der Welt sind Frauen deutlich unterrepräsentiert – variabel je nach Land bewegen sie sich so ungefähr im fünfstelligen und jedenfalls unter dem zehnstelligen Prozentbereich. Das Kriminelle ist seit Menschengedenken mehrheitlich männlich, keine Statistik und keine Studie hat das je in Zweifel gezogen.

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Männlichkeiten: Väter als Verlierer?

Immer am Vatertag wird der Mann zum Gegenstand öffentlichen Interesses. Wie steht es 2021 um die kritische Männlichkeitsforschung?

Der Essay ist in Der Standard vom 12. 6. 2021, Album S. 1 f. erschienen (in der Online Ausgabe unter dem Titel “Wann ist ein Mann ein Mann?”).

Als sich in den 1970er Jahren die feministische Kampfzone von der Straße auf die Universitäten ausdehnte, stellte sich bald eine Erkenntnis ein: Wer Geschlechtermuster verstehen will, muss auch das Maskuline erforschen. So wurde das Mannsein zum Fragezeichen. Es entstand zunächst in den angelsächsischen Ländern die kritische Männlichkeitsforschung, die Männer als Geschlechtswesen zum Untersuchungsgegenstand erhob. → →